Das war keine gute Woche...

nein, das war sie wirklich nicht. Alles fing mit dem Dienstag morgen an. Schon beim Aufstehen hatte ich das Gefühl, das mein Hals ein wenig weh tut.

Und die Schmerzen wurden immer schlimmer. Eigentlich war für Mittags ein Dauerlauf angesetzt, direkt nach der Uni, doch mein Hals rief laut "Lass es besser bleiben." So blieb ich dann zu Hause, schön warm verpackt, 2 Schals um den Hals und hab den ganzen Tag über leckeren heißen Tee in mich hineingekippt, in der Hoffnung, dass die Halsschmerzen am nächsten Tag weg sind. Waren sie leider nicht und so bin ich morgens zum Arzt und der hat festgestellt, das ich ne leichte Virusinfektion hatte, die mir ordentlich auf die Seitenstränge geschlagen ist. Auf die Frage hin, ob ich denn Sport machen könnte, meinte er, das solle ich ganz von meinem Gefühl abhängig machen, aber gewinnen würde ich den Lauf am Samstag auf keinen Fall. Also blieb ich wieder zu Hause, lies eine weitere Trainingseinheit ausfallen, war nicht in der Uni und hab auch den Cocktailabend ausfallen lassen, der zum Abschied zweier Betreuer an der Uni geplant war. Nebenbei war noch ein wenig lernen angesagt, da ab dieser Woche wieder Klausuren anstehen und es gab viel Tee und Salbeibonbons. Donnerstag wars dann ein wenig besser mit dem Hals, Freitag waren die Schmerzen ganz weg und am Samstag stand dann der erste Lauf der Winterlaufserie in Duisburg an.

Irgendwo im Hinterkopf war die Hoffnung, auf der wunderbaren ebenerdigen Strecke vielleicht mal wieder unter einer Stunde zu bleiben. Aber nein, dieser Lauf sollte ziemlich demotivierend sein. Denn entweder sind die Uhren alle kaputt oder aber wir werden immer langsamer, je mehr wir trainieren. Der erste 10km Lauf in meiner neuen Laufkarriere war im November 2005 der Herbstwaldlauf in Bottrop. Trotz sporadischem Training gabs am Ende eine Zeit knapp unter 60 Minuten. Ein Jahr später stand die nächste Ausgabe des Herbstwaldlaufes an. Trainiert haben wir deutlich mehr, zwar extwas langsamer, da ich seit Anfang des Jahres ne Pulsuhr hatte und dementsprechend nicht nur auf meinen Körper hören musste, sondern auch nach Puls trainieren konnte. Das Gefühl war deutlich besser als im Jahr davor, es waren keine Gehpausen mehr nötig, deswegen waren wir guter Hoffnung, doch am Ende stoppte die Uhr erst bei 64 Minuten. Wir haben das auf das damals kalte Wetter geschoben und uns nichts weiter dabei gedacht. Doch an diesem Samstag kam der Hammer. Wir hatten noch mehr trainiert, denn mittlerweile ist ja der Marathon fest eingeplant, die Strecken wurden immer länger, 90 Minuten durchzuhalten mit einem Puls von 150 bis 155 war locker möglich, also sollte es eigentlich auch möglich sein, die Zeit mal wieder zu verbessern. Doch weit gefehlt. Im Ziel standen 1:07:42 auf der Uhr (auf der großen Anzeige waren es sogar mehr als 1:10, wir standen halt relativ weit hinten beim Start). Für einen lockeren Dauerlauf oder als Durchgangszeit beim Marathon könnte ich mit der Zeit leben, wenn die Rahmenbedingungen zusätzlich noch stimmen. Doch an diesem Samstag war der Puls in ungeahnten, schon lange nicht mehr gekannten Höhen (der Durchschnitt lag am Ende bei 182 und das ist mit Sicherheit nicht gesund), mehr als 25 Schläge höher, als wenn wir selbiges in der Zeit im Training laufen.

Wäre er nur bei mir so hoch gewesen, hätte ich versucht, die Erklärung in der Infektion zu suchen. Doch auch bei Eva, meiner Freundin und Leidensgefährtin, war die Situation ähnlich, obwohl sie die Woche über kerngesund war und auch noch kerngesund ist, der Puls war zwar ein klein wenig tiefer, aber groß war der Unterschied nicht. Vielleicht lags auch am aktuellen Grundlagentraining, in dem wir uns bei niedrigem Puls über lange Zeit bewegt haben und dementsprechend nicht so schnell unterwegs waren.

Aber eine wirkliche, mir einleuchtende Erklärung haben wir noch nicht gefunden. Falls irgendwer Hypothesen aufstellen will, unten gibts die Kommentarfunktion.

Und das Fazit aus der kleinen Geschichte?

1. Es ist ein verdammt weiter Weg bis zum 13. Mai (Karstadt-Marathon).

2. Es ist ein weiter weiter Weg bis zum 31. März (Halbmarathon WLS).

3. Es ist ein weiter Weg bis zum 03. März (15km WLS).

4. Gut dass das Zeitlimit für den Marathon bei 6 Stunden liegt. Alles was besser ist, wird als Erfolg gewertet.

Und damit der weite Weg ein klein wenig kürzer wird, werd ich mir jetzt die Laufklamotten anziehen und die restlichen Sonnenstrahlen des Tages laufend genießen. Mitleidsbekundungen dürft ihr gerne unten loswerden.

Laufende Grüße,

Euer Nils