Das Marathonfieber ist ausgebrochen…

Jetzt ist es also endlich soweit, dass Marathonfieber hat mich voll erwischt. Die ersten Anzeichen dafür waren die Träume vom Marathon in den letzten Tagen. Was ich genau geträumt habe, kann ich nicht mehr sagen, ich weiß nur, dass es keine schlechten Träume waren. Und es hat sich nicht nur um den Lauf selbst gedreht, sondern auch um die Stunden vorher und nachher.

Dann kamen in den letzten Tagen die Gedanken über die endgültige Renntaktik, die Strecke, die Planung der Punkte, an denen meine Groupies stehen und mich versorgen sollen und die anschließende Siegersause dazu ;-) Und heute im Fernsehen das Marathon-Debüt von Alex Lubina, dem Bruder meines besten Kumpels, das leider nicht ganz so wie erhofft verlaufen ist. Den Grund, warum er ausgestiegen ist, weiß ich noch nicht, aber dass das Erreichen des angestrebten Ziels, der WM-Norm, ist bei den heutigen Temperaturen auch nicht ganz einfach. Dabei hat man auch wieder gesehen, dass ein Marathon doch was anderes als ein 10.000er ist. Ein Grund mehr für mich, mein Debüt ruhiger angehen zu lassen, denn es gilt nur, das Minimalziel zu erreichen. Die Ziellinie will ich auf beiden Beinen laufend erreichen und vor allem überqueren. Die Zeit ist dabei nebensächlich, wobei ich mir aber überlegt habe, dass ich die WM-Norm von 2:17 auch mindestens brauchen will :)

Den Vorschlag von meinem Bruder werde ich auch nicht annehmen. Vollgas angehen, weil ich langsam schon von alleine werde könnte ein wenig riskant sein. Ich werde eher ruhig angehen und am Ende schauen, was die Beine hergeben. Dazu werde ich mich Yogis Gruppe für 4:45 anschließen. Schneller laufen kann ich irgendwann später schon noch. Erstmal ankommen heißt die Devise. Denn mittlerweile hab ich doch Respekt vorm "Mann mit dem Hammer". Vielleicht schaff ich es ja, dem guten Herrn aus dem Weg zu gehen.

Die Strecke bereitet mir am ehesten an Anfang und Ende ein wenig Kopfschmerzen. Die ersten Kilometer direkt den Berg hoch, die letzten Kilometer auch nochmal und zwischendurch hoch noch Gelsenkirchen. Da hab ich mir aber eine schöne Strecke ausgesucht. Wo ich es mit dem Berghochlaufen doch eigentlich nicht so habe. Aber das wird schon. Meine Groupies werden nach der aktuellen Planung zuerst in Bottrop, dann in Gladbeck, zweimal in Gelsenkirchen und am Ende im Ziel in Essen stehen. Darüber freue ich mich besonders. Verfolgen werden mich meine Geschwister und meine Freundin. So kann ich auch die zusätzliche Versorgung mit Getränken sicherstellen. Zum Start, also für vor dem Start und für die ersten 5 Kilometer werde ich mir selbst was mitnehmen. Anschließend lasse ich mir den ersten Getränkegurt in Bottrop reichen, in Gelsenkirchen gibt es dann nochmal eine frische Ladung Flaschen sowie eine neue Ladung Gel. Denn nur alle 5km an den Getränkeständen zu trinken finde ich nicht so gut. Ich brauche öfter mal nen Schluck zwischendurch. Mit diesem Fahrplan fühle ich mich gut gewappnet, das Abenteuer zu überstehen.

Dabei war die Motivation in den letzten Tagen eher auf dem Tiefstand angekommen. Eigentlich das Gegenteil von dem, was ich bisher immer gehört habe. Ich hatte nicht so sehr die Probleme, nicht zu laufen, ich hatte eher die Probleme, zu laufen. Denn für 30 Minuten Laufen die Turnschuhe anzuziehen und sich umzuziehen viel nicht ganz leicht. Da dauern ja die Vor- und Nachbereitungen länger als die eigentliche Einheit. Trotzdem habe ich die Einheiten hinter mich gebracht. In dieser Woche stehen dann jetzt noch 3 Einheiten auf dem Programm. Dienstag nochmal 9km, davon 5 im Marathontempo. Und Donnerstag 20 Minuten und am Samstag 15 Minuten. Und dann heißt es nur noch warten auf den Start. Wie heißt es so schön? Es ist angerichtet. Serviert wird dann am Sonntag.

In dem Sinne wünsche ich allen Mitläufern alles Gute. Vielleicht sieht man sich ja am Start oder im Ziel. Oder zwischendurch auf der Strecke. Oder vorher beim Abholen der Unterlagen. Wobei ich das schon am Freitag gegen 1 machen werde, da müssen die meisten Menschen ja noch Arbeiten.